Warum Haus Löwenstein?
Ein Baudenkmal von 1904 – und eine Geschichte, die weiterlebt
Wer heute am Haus Löwenstein vorbeigeht, spürt sofort: Dieses Gebäude ist kein gewöhnlicher Ort. Es trägt Geschichte in seinen Mauern, Wärme in seinen Räumen und ein stilles Echo vergangener Leben.
Das Haus wurde 1904 erbaut – und schon früh war es ein Zuhause voller Bewegung, Gemeinschaft und Unternehmergeist. Hier lebte die jüdische Familie Löwenstein, die Gemen über Jahrzehnte hinweg prägte. Emil und Oskar Löwenstein betrieben ein angesehenes Geschäft für Stoffe und Schneidereibedarf – eine Adresse, die viele Menschen täglich besuchten. Das Haus war ein Treffpunkt, ein Ort des Austauschs, ein Stück lebendige Nachbarschaft.
Im Keller befand sich eine Mikwe, ein rituelles Tauchbad – ein Zeichen tiefer kultureller Verwurzelung und gelebter Tradition. Und auch darüber hinaus engagierte sich die Familie für das Gemeindeleben. Mit großem Einsatz unterstützten sie den Bau der Synagoge an der Ahauser Straße, die 1912 eingeweiht wurde. Die Löwensteins gehörten zu jenen Familien, die Gemen nicht nur bewohnten, sondern mitgestalteten.
Doch die Geschichte nahm eine dunkle Wendung.
Mit dem Nationalsozialismus zerbrach vieles, was zuvor selbstverständlich war. Die Löwensteins verloren ihr Geschäft, ihre Sicherheit, ihre Heimat. Ein Teil der Familie konnte 1939 fliehen. Ihr Haus aber blieb – als Zeugnis eines Lebens, das hier geführt wurde, und als stummer Beobachter einer Zeit, die nie vergessen werden darf.
Heute steht das Gebäude als Baudenkmal, das diese Geschichte bewahrt.
Und mehr noch: Es wird zu einem Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft sich berühren.
Mit Haus Löwenstein möchten wir die Geschichte dieses Ortes nicht nur sichtbar machen, sondern spürbar. Wir möchten Begegnungen schaffen, Atmosphäre wachsen lassen und Genuss ermöglichen – genau dort, wo einst die Familie Löwenstein lebte, wirkte und ihr Zuhause hatte.
Ein Haus, drei Welten – verbunden durch Leidenschaft.
Das Haus Löwenstein steht dafür, Geschichte zu ehren, Vielfalt wertzuschätzen und einen Ort zu gestalten, an dem neue Geschichten beginnen dürfen.


